Bernd Ritschel - Newsletter August 2026
NEWSLETTER AUGUST 2026
Liebe Foto- und Bergfreund:innen,
was für ein verrückter Sommer …
Ich hoffe Ihr seid trotz der hohen Temperaturen und all der damit verbundenen Wetter-Kapriolen bislang gut durch die vergangenen Wochen gekommen.
Viele von Euch haben meinen fotografischen Weg der letzten Jahre und Jahrzehnte mitverfolgt. Ihr ahnt, dass mich die „brandaktuellen“ Themen „Gletscher und Wasser“ sehr beschäftigen. Nicht nur als Fotograf, auch als Bergsteiger, waren die letzten Monate eine absolute Herausforderung. Extrem hohe Temperaturen hatten zur Folge, dass die Nullgradgrenze immer wieder auf über 5000 Metern Höhe lag.
Auf dem Gipfel der 3516 Meter hohen Fineilspitze in den Ötztaler Alpen, war mir sogar in der kurzen Hose zu warm. Zwei laue Sommernächte lang wartete ich, ausgerüstet mit langen Teleobjektiven, im Bereich der Similaunhütte auf Bartgeier. Ohne Unterlass polterten zeitgleich in der gegenüberliegenden Ostflanke der Fineilspitze derweil die Steinschläge die ganze Nacht gen Tal.
Felsstürze und ständiger Steinschlag im Hochgebirge, führten zuletzt sogar zur behördlichen Sperrung einiger Routen und sogar von Modebergen wie aktuell dem Mont Blanc. Erschreckend große und zerstörerische Muren wie jene in Sölden und Vent, machten mich sprachlos und traurig. Bislang hat mich meine Erfahrung und vor allem meine Intuition in brenzligen Situationen immer gerettet … ein paar Mal hatte ich aber auch sicher einfach nur Glück.
Wie damit umgehen?
Als Fotograf habe ich einige dieser extremen Ereignisse natürlich in möglichst ausdrucksstarken Bildern festgehalten. Aber ich frage mich immer öfter: wollen und können wir diese apokalyptischen Aufnahmen, die uns medial ja eh täglich begleiten, überhaupt noch sehen? Bei mir selbst bemerke ich, dass mich ein „zu viel“ an kritischer Fotografie durchaus „runter“ zieht. Und damit helfe ich niemandem.
Als Bergsteiger sehe ich die aktuellen klimatischen Veränderungen und ihre Auswirkungen jedoch etwas differenzierter. Warum? Seit es das Bergsteigen gibt, hat jede Generation ihren eigenen Stil an den Bergen der Welt entwickelt. Mit jedem Jahrzehnt wurden die Ziele schwieriger, abgelegener und oft auch gefährlicher. Als Alpinist habe ich in meinem Leben unzählige Fehler gemacht. Aus einigen konnte ich lernen und damit die Berge besser verstehen, gleichzeitig wertvolle Erfahrung aufbauen und meine Sinne und damit letztendlich meine Intuition schärfen.
Dann kam das Internet und Social Media. Beste Schneeverhältnisse, neue Routen und auch „neue Dimensionen“ werden heute binnen Sekunden „geteilt“. Brauchen wir heutzutage überhaupt noch echte, gedruckte Landkarten? Müssen wir noch wissen wo „Norden“ ist, oder wie sich ein Gewitter ankündigt, wenn uns doch perfekte App’s zu jedem gewünschten Gipfel führen und uns parallel das „Regenradar“ minutiös die ersten Tropfen ankündigt? Ich glaube, dass wir wieder viel aufmerksamer, flexibler und im Zweifelsfall defensiver unterwegs sein werden. Genau darin sehe ich eine riesige Chance für ein bewußteres Unterwegs sein in den Bergen - sozusagen „back to the roots“.
Dürfen wir noch „schön“?
Ja unbedingt! Gott sei Dank erlebte ich auch diesen Sommer viele ganz wunderbare Berg- und Fototouren mit magischem Licht und zauberhaften Motiven. Es sind genau diese Stunden und Tage in wunderbarer Natur und die dabei entstehenden Bilder, die mir die Kraft und den Optimismus in diesen turbulenten Zeiten aufrecht erhalten.
Wie geht es für mich weiter?
Viele Dinge die noch vor wenigen Jahren „normal“ waren hinterfrage ich nach diesem Sommer deutlich kritischer. Vor allem die Reisen und den eigenen Konsum. Für mich liegt ein ganz wesentlicher Schlüssel für ein nachhaltigeres Verhalten im „zufrieden sein“. Wer wirklich zufrieden ist braucht wenig, wer es nicht ist, wird es auch durch zehn Fernreisen pro Jahr nicht werden.
Ich selbst spüre immer klarer, dass Entspannung durch Entschleunigung und partiellen Verzicht mich nachhaltig glücklich machen.
Und das schließt natürlich nicht aus, dass wir Träume haben und sie auch leben.
Vorfreude ist die schönste Freude.
Auch in Zukunft möchte ich - circa alle zwei bis drei Jahre - eine ganz besondere Fotoreise anbieten. Warum? Ich bin davon überzeugt, dass die persönliche Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen enorm wichtig ist. Reisen verändert den Blick auf politische Konflikte und auf andere Gesellschaften.
Wer nur durch ein Land hetzt um dessen Highlights zu fotografieren wird nichts mitnehmen außer leblosen Datensätzen auf der Speicherkarte. Wer hingegen mit Zeit und Muße reist, wer zuhören kann und sich den Menschen vor Ort, ihren Problemen und Fragen öffnen kann, der wird einiges mitnehmen und zwar nicht nur auf der Speicherkarte seiner Kamera, sondern vor allem im Herzen.
Mein Traumland.
Es gibt eine Region auf Erden die mich seit fast 45 Jahren magisch anzieht, mich fotografisch jedes Mal wieder begeistert und in meinen Augen eine weltweit einzigartige Vielfalt an Motiven bietet: Indien.
Besonders die nördlichste Region dieses Landes, Ladakh, hat bis heute nichts von seinem Zauber verloren. Es bietet fotografisch die perfekte Kombination aus abstrakter Landschaft und monochromen Farben. Dazu viele ganz wunderbare Menschen, spektakuläre Klöster und eine noch immer gelebte Religion und Kultur.
Aber eines ist mir an dieser Stelle wichtig: Indien ist kein einfaches Land. Jede Reise dorthin ist anstrengend und intensiv. Wir werden Hitze und Kälte, Anstrengung und Muse, Lärm und Stille und Reichtum und Armut auf engstem Raum erleben.
In den letzten Jahren haben mich immer wieder Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dieses Reiseziel angesprochen. Jetzt ist es soweit: gemeinsam mit dem deutschen Premium Veranstalter Top Mountain Tours haben wir eine abwechslungsreiche Reise zusammen gestellt die fast alle meiner persönlichen Highlights miteinander verbindet.
LADAKH - INDIEN 2027 … ein Auszug aus dem Programm von Top-Mountain-Tours
Exklusive Sonderreise mit Profi-Bergfotograf Bernd Ritschel. 16-tägige Fotoreise durch Ladakh und Nordindien mit optionaler Verlängerung zur Quelle des heiligen Ganges und zum „Matterhorn“ des Himalaya, dem Shivling.
Termin: 12. - 27. April bzw. inklusive optionaler Verlängerung - 05. Mai 2027
Seit fast 45 Jahren bereist Bernd Ritschel die faszinierenden Landschaften Ladakh’s und kennt die Region wie kaum ein anderer Fotograf. Begleiten Sie ihn auf einer außergewöhnlichen Fotoreise in den Himalaya und erleben Sie Ladakh zu seiner vielleicht schönsten Jahreszeit. Während die Aprikosenbäume in voller Blüte stehen, leuchten die buddhistischen Klöster im warmen Morgen- und Abendlicht, darüber die schneebedeckten Gipfel des Himalaya.
Unsere Reise führt von den historischen Klöstern rund um Leh über das ursprüngliche Nubra-Tal und den türkisblauen Tso Moriri bis zu den kulturellen Höhepunkten Nordindiens mit dem weltberühmten Taj Mahal. Unterwegs besuchen wir abgelegene Dörfer, erleben das authentische Leben der Ladakhi und entdecken spektakuläre Landschaften, die seit Jahrzehnten zu Bernd Ritschels Lieblingsmotiven zählen. Seine langjährige Erfahrung und sein Gespür für Licht, Perspektive und den richtigen Moment machen diese Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis – für ambitionierte Fotografen ebenso wie für Natur- und Kulturbegeisterte.
Optional können Sie die Reise um eine eindrucksvolle Verlängerung in den Garhwal-Himalaya ergänzen. Sie führt zur heiligen Gangesquelle Gaumukh, in die beeindruckende Bergwelt der Bhagirathi-Gruppe und zum formschönen Shivling, dem „Matterhorn Indiens“. Den stimmungsvollen Abschluss bildet Rishikesh, die Welthauptstadt des Yoga – eine faszinierende Verbindung aus grandioser Hochgebirgslandschaft, Spiritualität und einzigartigen Fotomotiven.
Weitere Informationen unter www.Lightwalk.de
und unter: Zur Buchung und für weitere Informationen
NOVOFLEX PRÄSENTIERT ERSTMALS:
„Wenn die Berge die Sterne berühren“
Es gibt Orte, an denen der Himmel näher scheint als anderswo. Der Sattelberg in den Stubaier Alpen ist einer davon – ein Gipfel, an dem sich der Tag leise verabschiedet und die Nacht ihre ganz eigene Sprache zu sprechen beginnt.
Vom 6. bis 8. November 2026 laden der Astrospezialist Norbert Span, der renommierte Bergfotograf Bernd Ritschel, sowie Andreas Marx vom Industriepartner NOVOFLEX zu einem einzigartigen Fotoworkshop ein. Gemeinsam erleben wir diese faszinierende Welt, die Stille, das Funkeln der Sterne über schroffen Graten, das Licht, das erst sichtbar wird, wenn alles andere verschwindet. Wir halten diese magischen Momente fotografisch fest, ausgestattet mit der eigenen Ausrüstung, aber gerne auch mit erstklassigem Leihequipment von FUJIFILM und NOVOFLEX.
Nightscapes-Fotografie ist mehr als Technik – sie ist Geduld, Staunen, und der Mut, sich der Dunkelheit zu öffnen, um das Licht darin zu finden.
Wir werden frieren, warten, fokussieren – und dann diesen einen Moment erleben, in dem sich Kamera, Berg und Himmel zu einem Bild verbinden, das bleibt. Nicht nur auf der Speicherkarte. Auch in uns.
Wenn die Sterne über den Graten erscheinen und die Dunkelheit ihre Ruhe entfaltet, entstehen Bilder, die weit über den Moment hinaus wirken.
An zwei Abenden geht es hinaus in die Bergwelt rund um den Sattelberg. Gemeinsam fotografieren wir den Sternenhimmel, die Milchstraße und die nächtliche Alpenlandschaft. Ergänzt wird das Programm durch Fotoexkursionen zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang sowie inspirierende Bildvorträge von Norbert Span und Bernd Ritschel.
Perfekte Technik – für alle Teilnehmenden
Ein besonderes Highlight des Workshops ist die Unterstützung durch zwei renommierte Industriepartner. FUJIFILM stellt modernste Kameras sowie lichtstarke Weitwinkelobjektive kostenlos als Leihgeräte zur Verfügung. NOVOFLEX sorgt mit hochwertigen Stativen und Stativköpfen für die notwendige Stabilität bei Langzeitbelichtungen. Andreas Marx steht während des gesamten Workshops als kompetenter Ansprechpartner für alle technischen Fragen zur Verfügung.
Dadurch können sowohl erfahrene Fotografinnen und Fotografen mit ihrer eigenen Ausrüstung als auch Einsteigerinnen und Einsteiger ohne spezielles Equipment am Workshop teilnehmen.
Die Unterkunft
Ausgangspunkt des Workshops ist die Sattelbergalm auf 1.633 Metern Höhe (https://www.sattelbergalm.at) unterhalb des Sattelbergs. Die urige Berghütte bietet nicht nur gemütliche Mehrbettzimmer und eine ausgezeichnete Küche, sondern vor allem einen der dunkelsten Nachthimmel der Region – ideale Bedingungen für die Astrofotografie.
Der Kurspreis
Der Kurspreis beträgt 590 Euro
Die Leistungen
zwei geführte Nightscapes-Fotoexkursionen, weitere Fotoexkursionen zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang, Betreuung durch Norbert Span, Andreas Marx und Bernd Ritschel, zwei spannende Bildvorträge, kostenloser Verleih von FUJIFILM-Kameras und Objektiven, sowie hochwertigen NOVOFLEX-Stativen und Stativköpfen, technischen Support während des gesamten Workshops, Shuttle-Transfer von Gries am Brenner zur Sattelbergalm.
Übernachtung, Verpflegung und Getränke sind nicht im Kurspreis enthalten und werden direkt vor Ort bezahlt. Die Übernachtung auf der Sattelbergalm kostet ab 59 Euro pro Person.
Willkommen am Sattelberg. Willkommen in der Nacht.
Weitere Informationen unter www.Lightwalk.de
Anmeldung unter: marx@novoflex.com
DIE BERGSTEIGER FOTOTAGE GEHEN 2026 IN DIE NÄCHSTE RUNDE
- MIT EINEM GANZ BESONDEREN GAST -
„In diesem Jahr gehen die Bergsteiger Fototage bereits in die 12. Runde.
Neben Wolfgang Ehn, dem Gründer der Fototage, werden in diesem Jahr zum zweiten Mal Ulla Lohmann und Bernd Ritschel die Teilnehmer anleiten. Zwei herausragende Fotografen, die enorme Erfahrung nicht nur in der Fotografie, sondern auch mit Workshops mitbringen.
Mit dem neuen Dreier-Team und damit kleineren Gruppen geht es dieses Mal auf vielfachen Wunsch hin ins Trentino und dort in die Region Paganella, mit den Brenta-Dolomiten. Wie bisher auch, werden die Teilnehmer intensiv von den Profifotografen abwechselnd betreut. Auf einfachen, eher kurzen Wanderungen (bis 700 Hm) steht das fotografieren im Vordergrund. Mitmachen kann jeder, der an der Fotografie interessiert ist, vom Anfänger bis zum Profi.“
NEU: der Bären-Spezialist und Fotograf Heinz Eberhöfer wird uns exklusiv mit einem emotionalen Vortrag von seinen Erlebnissen und seiner Arbeit zum neuen Bildband „Ursus Brenta“ erzählen.
Bergsteiger Fototage 2026
Wann: 14.-18. Oktober 2026
Wo: Paganella, Molveno & Brenta - Trentino
Wer: Wolfgang Ehn und Bernd Ritschel
Kosten: Euro 490.- plus Übernachtungskosten
Alle Informationen und Buchung unter:
https://www.wolfgang-ehn.de/bergsteiger-fototage
DER ERSTE VORTRAG DES WINTERS
DIE FUJIKINA KÖLN 2026
„ZEIT FÜR ABENTEUER“
Sonntag, 11. Oktober 2026 - 15 Uhr
Wo: Gürzenich Köln, Martinstraße 29-37, 50667 Köln
Alle Informationen und Tickets unter:
https://www.fujifilm-x.com/de-de/events/fujikina-cologne-2026/
Wenn euch meine Gedanken und Projekte gefallen und vielleicht auch inspiriert haben leitet sie gerne weiter an Freunde und Bekannte.
Viel Spaß auf Tour und mit der Fotografie wünscht
Bernd Ritschel
Newsletter Abbestellung unter https://www.lightwalk.de/newsletter.html
Impressum: Lightwalk GbR, Fotografie, Friedzaunweg 14, D-82431 Kochel am See
Telefon: +49 8851 615355, Telefax: +49 8851 615356, E-Mail: Lightwalk@t-online.de
Verantwortliche Geschäftsführer: Bernd Ritschel und Manuela Ritschel
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE192836743
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